Apple steht wirtschaftlich unter Beschuss. Die US-Regierung unter Donald Trump hat neue Importzölle angekündigt, die große Auswirkungen auf die internationale Lieferkette des Tech-Riesen haben. Die Folge: Im nachbörslichen Handel verliert die Apple-Aktie mehr als sieben Prozent. Die Details der neuen Handelsmaßnahmen zeigen, dass es diesmal ernst wird – sowohl für Apple als auch für die gesamte Tech-Branche.
In einer offiziellen Pressekonferenz hat die Trump-Administration am gestrigen Abend deutscher Zeit die Einführung umfassender Importzölle bekannt gegeben. Ziel ist laut Trump, die heimische Produktion zu stärken. In der Praxis bedeutet das aber höhere Produktionskosten für US-Unternehmen mit globaler Fertigung – und Apple steht dabei ganz oben auf der Liste. Die betroffenen Länder sind zentrale Standorte in Apples Lieferkette. Das betrifft nicht nur China, sondern auch Vietnam, Indien und Malaysia. Die angekündigten Maßnahmen könnten die Rentabilität von Apple erheblich beeinträchtigen – der Kurs der Apple-Aktie ist deutlich gefallen.
Was genau wurde beschlossen
Trump kündigte zwei Zollsätze an. Erstens einen einheitlichen Basiszoll von 10 Prozent auf sämtliche Importe in die Vereinigten Staaten. Dieser tritt bereits am Samstag, dem 5. April, in Kraft. Zusätzlich sollen sogenannte Gegenzölle eingeführt werden. Diese betreffen gezielt Länder, die laut Trump ihre eigenen Märkte gegen US-Produkte abschirmen oder deren staatliche Eingriffe zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Diese reziproken Zölle gelten ab Dienstag, dem 9. April.
So stark ist Apple betroffen
Apple ist in besonderem Maße von den neuen Regelungen betroffen, weil der Konzern seine Geräte größtenteils im Ausland produzieren lässt. Die wichtigsten Standorte sind China, Vietnam, Indien und Malaysia. Die Zölle auf Importe aus diesen Ländern wurden heute konkret beziffert.
- Für Produkte aus China, insbesondere iPhones, gelten künftig Zölle von bis zu 54 Prozent. Dieser Satz setzt sich aus einem neuen Gegenzoll von 34 Prozent plus den bereits im Januar eingeführten 20 Prozent zusammen.
- Vietnam, ein zentraler Produktionsstandort für AirPods, MacBooks und die Apple Watch, wird mit einem Zollsatz von 46 Prozent belastet.
- Für Importe aus Indien wird ein Satz von 26 Prozent fällig. Auch dort betreibt Apple mittlerweile mehrere Fertigungsstätten.
- Zulieferer aus Malaysia müssen künftig 24 Prozent zahlen.
- Alle weiteren Länder, aus denen Apple Komponenten bezieht, unterliegen nun mindestens dem neuen Basiszoll von 10 Prozent.
Diversifizierung bringt nur bedingt Entlastung
Nach den Erfahrungen aus dem Handelskrieg 2018 und den Unterbrechungen durch die Corona-Pandemie hat Apple in den letzten Jahren versucht, seine Abhängigkeit von China zu reduzieren. Der Konzern verlagerte Produktionskapazitäten in andere asiatische Länder wie Vietnam und Indien. Doch diese Strategie bietet jetzt keinen Schutz mehr, weil auch diese Länder Ziel der neuen Zollpolitik sind.
Finanzmärkte reagieren sofort
Die Auswirkungen auf den Aktienkurs von Apple ließen nicht lange auf sich warten. Direkt nach der Ankündigung brach die Aktie im nachbörslichen Handel um über sieben Prozent ein. Der Kurs fiel von 223 auf rund 207 US-Dollar. Auch andere große US-Techunternehmen mussten Verluste hinnehmen, was auf eine breite Verunsicherung im Markt hindeutet. Besonders hart trifft es jedoch Apple, da das Unternehmen stark auf internationale Produktion angewiesen ist.
Keine Ausnahmen in Sicht
2018, während des ersten Handelskonflikts zwischen den USA und China, konnte Apple noch Zollbefreiungen für viele seiner Produkte durchsetzen. Damals blieb vor allem das iPhone von Abgaben verschont. Aktuell sieht es anders aus. Seit Trump im Januar seine zweite Amtszeit angetreten hat, gab es keine Ausnahmen mehr für Apple. Auch diesmal wurden bisher keine Befreiungen angekündigt oder in Aussicht gestellt.
Folgen für das Geschäft und Käufer
Die höheren Zölle führen zu steigenden Produktionskosten. Apple steht nun vor der Entscheidung: Entweder der Konzern senkt seine Gewinnmargen, oder er gibt die Kosten über höhere Endpreise an die Kundschaft weiter. Beides hat Nachteile. Sinkende Margen belasten das Unternehmen, höhere Preise könnten die Nachfrage bremsen. Ein Preisschock ist nicht ausgeschlossen – vor allem bei iPhones, MacBooks und anderen beliebten Geräten.
Wirtschaftlicher Gegenwind für Apple
Die neue Zollpolitik der Trump-Regierung trifft Apple an einem empfindlichen Punkt. Die global verteilte Lieferkette war bislang ein Erfolgsfaktor, wird jetzt aber zum Risiko. Kurzfristig drohen Umsatzrückgänge und Kurseinbrüche. Langfristig könnte Apple gezwungen sein, noch stärker in die Produktion innerhalb der USA zu investieren – was allerdings mit hohen Kosten verbunden wäre. Ob es Ausnahmen geben wird, ist unklar. Die nächsten Tage werden zeigen, wie ernst Trump es diesmal meint und wie Apple darauf reagiert. Die besten Produkte für dich: Unsere Amazon Storefront bietet eine breite Auswahl an Zubehörteilen, auch für HomeKit. (Photo by Unsplash+ / Getty Images)
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