Apple könnte schon bald stärker von der US-amerikanischen Chipproduktion profitieren. Hintergrund ist eine geplante Zusammenarbeit zwischen dem taiwanischen Halbleiterhersteller TSMC und dem US-Konzern Intel. Ziel ist es, die Fertigung von Chips in den Vereinigten Staaten hochzufahren. Davon würde auch Apple profitieren, denn das Unternehmen ist auf die Chips von TSMC angewiesen. Noch steht nicht alles fest, aber die Richtung ist klar: Mehr Fertigung vor Ort, weniger Abhängigkeit vom asiatischen Markt.
Apple entwickelt seine Chips zwar selbst, stellt sie aber nicht selbst her. Dafür ist TSMC verantwortlich, einer der weltweit führenden Auftragsfertiger im Halbleiterbereich. Und genau dieser Partner ist jetzt dabei, gemeinsam mit Intel die Chipfertigung in den USA auszubauen. Angesichts weltweiter Handelskonflikte, Zöllen und geopolitischer Unsicherheiten versucht Apple, sich besser abzusichern. Das betrifft nicht nur Apple, sondern auch andere Tech-Unternehmen, die auf stabile Lieferketten und planbare Produktion angewiesen sind.
TSMC bringt Know-how, Intel die Infrastruktur
Die Gespräche zwischen TSMC und Intel laufen laut einem Bericht von The Information noch. Dennoch steht bereits fest, dass es ein gemeinsames Unternehmen geben soll. TSMC wird einen Anteil von 20 Prozent halten. Intel und weitere US-Halbleiterunternehmen werden die Mehrheit übernehmen. TSMC bringt technisches Wissen und Personal ein, um die Mitarbeitenden in den USA zu schulen und die Produktion in den Intel-Fabriken anzupassen. Die Umsetzung wird jedoch nicht sofort funktionieren. Viele der Maschinen in Intels bestehenden Fabriken sind nicht mit den Fertigungsprozessen von TSMC kompatibel. Sie müssen entweder verkauft oder verschrottet werden. Erst wenn neue Anlagen installiert und qualifizierte Fachkräfte vor Ort sind, kann die Produktion wirklich anlaufen. Das wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Apple investiert massiv in die US-Fertigung
Apple selbst hat bereits 500 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner Fertigung in den USA zugesagt. Auch TSMC will rund 100 Milliarden US-Dollar für neue Werke ausgeben. Ein Teil dieser Summe fließt in den Bau von Chipfabriken in Arizona. Die erste TSMC-Fabrik in Arizona ist bereits fertiggestellt und soll ab September 2024 mit der Produktion der A16-Prozessoren beginnen. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 wird mit einer stabilen Produktionsquote gerechnet. Allerdings ist das vorerst nur ein kleiner Teil des gesamten Chipbedarfs von Apple (via The information).
Zölle und wirtschaftlicher Druck spielen eine Rolle
Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung sind die Zölle, die unter der Präsidentschaft von Donald Trump eingeführt wurden. Diese Zölle belasten den internationalen Handel und führen zu Preissteigerungen. Eine verstärkte US-Produktion könnte dem etwas entgegenwirken. Trotzdem bleibt Apple auch in Zukunft teilweise auf Importe angewiesen, vor allem bei Bauteilen, die außerhalb der USA gefertigt werden.
Mehr Apple-Chips aus den USA – aber nicht sofort
Apple steht vor einem langfristigen Wandel in seiner Lieferkette. Die geplante Zusammenarbeit zwischen TSMC und Intel ist ein erster Schritt in Richtung mehr Unabhängigkeit von asiatischen Produktionsstandorten. Davon verspricht sich Apple mehr Stabilität, geringere Risiken bei politischen Konflikten und potenziell geringere Produktionskosten in Zukunft. Bis es so weit ist, wird allerdings noch Zeit vergehen. Die Umrüstung der Fabriken, der Aufbau neuer Anlagen und die Schulung der Arbeitskräfte brauchen mehrere Jahre. Trotzdem ist die Richtung eindeutig: Apple will einen größeren Teil seiner Chipfertigung in die USA holen. Das Joint Venture mit TSMC und Intel ist dabei ein zentraler Baustein. (Photo by Unsplash+ / Getty Images)
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