Apple hat neue Maßnahmen vorgestellt, um die Sicherheit von Kindern bei der Nutzung seiner Geräte und Dienste weiter zu verbessern. In einem aktuellen Whitepaper beschreibt das Unternehmen, wie es Eltern mehr Kontrolle gibt und gleichzeitig die Privatsphäre schützt. Neben einer überarbeiteten Einrichtung für Kinderkonten werden auch neue Altersfreigaben und eine API für Entwickler eingeführt. Damit will Apple sicherstellen, dass Kinder nur Inhalte sehen, die für ihr Alter geeignet sind.
Mit der zunehmenden Nutzung digitaler Geräte durch Kinder wächst auch der Bedarf an Schutzmaßnahmen. Eltern möchten sicherstellen, dass ihre Kinder nicht mit ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen, ohne dabei sensible Daten wie Geburtsdaten weitergeben zu müssen. Apple setzt dabei auf eine Kombination aus Kindersicherung, verbesserten Altersfreigaben und einer neuen Entwickler-API, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Kinderkonten werden verbessert
Apple vereinfacht die Einrichtung von Kinderkonten in iOS 18.4, das aktuell als Beta-Version verfügbar ist. Bei der Ersteinrichtung eines iPhones oder iPads können Nutzer eine Altersgruppe auswählen:
- Kind: 12 Jahre oder jünger
- Teenager: 13 bis 17 Jahre
- Erwachsener: 18 Jahre oder älter
Basierend auf dieser Auswahl werden automatisch passende Kindersicherungen aktiviert. Falls Eltern das Alter ihres Kindes falsch eingeben, können sie es später korrigieren. Kinder unter 13 Jahren müssen dann mit einer Familiengruppe verbunden werden, um die vollständige Kontrolle durch die Eltern zu ermöglichen. Sollte die vollständige Kontoerstellung auf später verschoben werden, bleiben kindgerechte Standardeinstellungen dennoch aktiv. So können Kinder ihr Gerät sofort sicher nutzen, während Eltern sich später um die detaillierten Einstellungen kümmern.
Entwickler erhalten Altersinformationen über API
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Einführung der Declared Range API. Damit können Eltern Entwicklern die Altersgruppe ihres Kindes mitteilen, ohne genaue Geburtsdaten oder andere persönliche Informationen preiszugeben. Apple sieht die Verantwortung für Altersverifikationen nicht auf Marktplatzebene, sondern bei den App-Entwicklern selbst. Das Unternehmen zieht einen Vergleich mit Einkaufszentren: Während einzelne Geschäfte das Alter prüfen müssen, wenn sie beispielsweise Alkohol verkaufen, wäre es nicht sinnvoll, wenn jeder Besucher beim Betreten des Einkaufszentrums sein Alter angeben müsste. Mit der neuen API können Entwickler die Altersgruppe eines Kinderkontos abfragen und darauf basierend passende Inhalte bereitstellen. Dabei behalten Eltern die volle Kontrolle darüber, ob und welche Informationen sie weitergeben.
Neue Altersfreigaben für Apps
Bislang hatte Apple vier Altersfreigabestufen für Apps. Diese werden nun verfeinert und auf sechs Stufen erweitert:
- 4+ Jahre
- 9+ Jahre
- 13+ Jahre
- 16+ Jahre
- 18+ Jahre
Diese detailliertere Einteilung ermöglicht eine genauere Alterskontrolle bei der App-Nutzung. Altersfreigaben sind nicht nur im App Store relevant, sondern auch in anderen Bereichen wie der Bildschirmzeit oder Kaufanfragen.
Mehr Sicherheit im App Store
Apple führt weitere Maßnahmen ein, um den App Store sicherer für Kinder zu machen. Wenn ein Kind durch den Store browsed, werden künftig nur noch Apps angezeigt, die für sein Alter freigegeben sind. Das betrifft insbesondere die Tabs „Heute“, „Spiele“ und „Apps“. Zusätzlich werden Entwickler dazu angehalten, mehr Informationen über ihre Apps bereitzustellen. Dazu gehören unter anderem Angaben zu In-App-Käufen, Werbung und nutzergenerierten Inhalten. Apple wird zudem stärker hervorheben, ob eine App Kindersicherungen oder Altersverifikationen bietet.
Apples Ansatz zur Altersverifizierung
Die Frage der Altersverifizierung wird immer wieder diskutiert, insbesondere mit Blick auf soziale Netzwerke und andere Apps mit altersbeschränkten Inhalten. Einige Gesetzgeber fordern, dass Apple und Google für die Verifizierung der Nutzerdaten verantwortlich sind. Apple lehnt dies jedoch ab und argumentiert, dass die Kontrolle bei den einzelnen Entwicklern liegen sollte. Apps, die gesetzlich zur Altersverifizierung verpflichtet sind, können weiterhin eigene Methoden wie Ausweiskontrollen nutzen. Doch für die meisten Apps reicht es, wenn Eltern über die API eine ungefähre Altersangabe machen, ohne dabei sensible Daten preiszugeben. Apple betont, dass Datenschutz oberste Priorität hat. Eine zentrale Altersüberprüfung für alle Nutzer würde bedeuten, dass Apple umfangreiche persönliche Daten sammeln müsste, was nicht im Sinne der Datenminimierung ist. Die neue API sorgt dafür, dass Eltern selbst entscheiden können, welche Informationen sie mit Entwicklern teilen.
Apple setzt neue Standards für Kindersicherheit im digitalen Raum
Apple geht mit diesen Neuerungen einen wichtigen Schritt in Richtung sicherere digitale Nutzung für Kinder. Die verbesserte Einrichtung von Kinderkonten, die feineren Altersfreigaben und die neue API für Entwickler geben Eltern mehr Kontrolle, ohne dass sensible Daten preisgegeben werden müssen. Die neuen Maßnahmen sorgen dafür, dass Kinder nur Inhalte sehen, die für ihr Alter geeignet sind. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung für die Altersverifizierung bei den Entwicklern, was den Datenschutz stärkt. Mit diesen Änderungen setzt Apple ein klares Zeichen für eine sichere und datenschutzfreundliche Nutzung digitaler Geräte durch Kinder. (Bild: Apple)
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