Viele iPhone-Nutzer aktivieren den Stromsparmodus, um die Akkulaufzeit zu verlängern, ohne genau zu wissen, welche Auswirkungen er tatsächlich hat. Auf den ersten Blick scheint es eine sinnvolle Funktion zu sein: Das Gerät hält länger durch, wenn der Akkustand niedrig ist. Doch viele wundern sich, warum ihr iPhone plötzlich langsamer läuft, Apps länger laden oder Animationen ruckeln. Der Grund dafür liegt in der Art und Weise, wie der Stromsparmodus funktioniert. Neben der Reduzierung des Stromverbrauchs beeinflusst er auch die Leistung des Geräts. Doch was genau passiert im Hintergrund? Und sollte man den Stromsparmodus dauerhaft nutzen?
Seit der Einführung mit iOS 9 im Jahr 2015 gibt es den Stromsparmodus als Option, um die Akkulaufzeit zu verlängern. Standardmäßig schlägt iOS vor, ihn bei einem Akkustand von 20 % zu aktivieren, doch er kann jederzeit manuell ein- und ausgeschaltet werden. Viele Nutzer denken, dass er nur unwichtige Hintergrundprozesse stoppt. In Wirklichkeit geht er jedoch viel weiter: Apple schränkt gezielt verschiedene Funktionen ein, um den Energieverbrauch zu senken. Ein wichtiger Punkt, den Apple in seinen offiziellen Erklärungen nicht erwähnt, ist die Reduzierung der Prozessorleistung – das iPhone wird dadurch tatsächlich langsamer.
Wie funktioniert der Stromsparmodus?
Apple beschreibt den Stromsparmodus als Funktion, die den Stromverbrauch reduziert, wenn der Akku schwach wird. Sobald er aktiviert ist, werden bestimmte Funktionen eingeschränkt oder deaktiviert. Das betrifft sowohl die Software als auch die Hardware des iPhones. Aktiv ist der Modus, wenn das Batteriesymbol in der Statusleiste gelb ist. Nutzer können ihn in den Einstellungen unter “Batterie” oder über das Kontrollzentrum ein- und ausschalten (via Apple).
Welche Einschränkungen bringt der Stromsparmodus?
Die aktivierten Änderungen betreffen mehrere Bereiche des iPhones:
- 5G-Nutzung wird reduziert oder ganz abgeschaltet (je nach Modell)
- Automatische Sperre wird auf 30 Sekunden gesetzt
- Displayhelligkeit wird verringert und bei Geräten mit ProMotion auf 60 Hz begrenzt
- Always-On-Display wird auf kompatiblen Geräten deaktiviert
- Visuelle Effekte werden reduziert
- Hintergrundaktivitäten wie Downloads, iCloud-Synchronisierung, Backups und der E-Mail-Abruf werden pausiert
Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass der Energieverbrauch sinkt. Doch es gibt noch eine wesentliche Veränderung, die nicht explizit genannt wird: Die Leistung des iPhones wird stark gedrosselt.
Verlangsamt der Stromsparmodus dein iPhone?
Ja, der Stromsparmodus hat direkte Auswirkungen auf die Geschwindigkeit deines iPhones. Jeder iPhone-Prozessor besteht aus mehreren Kernen – Leistungs- und Effizienzkerne. Im normalen Betrieb nutzt das iPhone alle Kerne nach Bedarf, wobei die leistungsstarken Kerne für aufwendige Aufgaben wie Gaming oder Videobearbeitung bevorzugt werden. Ist der Stromsparmodus aktiviert, priorisiert das System stattdessen die Effizienzkerne, die weniger Strom verbrauchen, aber auch deutlich langsamer sind. Dadurch fühlt sich das iPhone insgesamt träger an.
Wie stark wird das iPhone verlangsamt? Benchmark-Ergebnisse im Vergleich
Ein Benchmark-Test mit GeekBench 6 zeigt deutlich, wie stark die Leistung im Stromsparmodus sinkt. Ergebnisse für den A18 Pro-Chip des iPhone 16 Pro Max:
Ohne Stromsparmodus:
- Single-Core: 3341
- Multi-Core: 8270
Mit aktiviertem Stromsparmodus:
- Single-Core: 1384
- Multi-Core: 4093
Das iPhone verliert in diesem Modus also fast 50 % seiner normalen Leistung. Das kann sich in längeren Ladezeiten für Apps, ruckelnden Animationen und einer insgesamt trägeren Bedienung bemerkbar machen.
Sollte man den Stromsparmodus dauerhaft nutzen?
Ob der Stromsparmodus wirklich sinnvoll ist, hängt davon ab, wie das iPhone genutzt wird.
- Wer das iPhone oft im Standby-Modus hat und nur gelegentlich Nachrichten checkt, kann mit dem Stromsparmodus tatsächlich einige zusätzliche Stunden Akkulaufzeit herausholen.
- Wer das iPhone aktiv nutzt, wird hingegen feststellen, dass die reduzierte Leistung störend sein kann. Besonders bei grafikintensiven Apps oder Multitasking macht sich der Unterschied deutlich bemerkbar.
Es gibt also keinen pauschalen Vorteil durch den dauerhaften Einsatz des Stromsparmodus. In den meisten Fällen ist es sinnvoller, ihn nur dann einzuschalten, wenn der Akku tatsächlich zur Neige geht und keine Lademöglichkeit in Sicht ist.
iPhone: Wann lohnt sich der Stromsparmodus wirklich?
Der Stromsparmodus ist eine praktische Funktion, wenn es darum geht, die Akkulaufzeit kurzfristig zu verlängern. Allerdings geht das mit erheblichen Leistungseinbußen einher. Wer nur ein paar zusätzliche Stunden aus dem Akku herausholen möchte, kann den Modus gezielt aktivieren. Wer das iPhone aber regelmäßig für aufwendige Apps, Spiele oder Videos nutzt, sollte den Stromsparmodus besser deaktiviert lassen, um die volle Leistung auszuschöpfen. Die Funktion existiert übrigens nicht nur auf dem iPhone sondern auch auf dem iPad, Mac und der Apple Watch – mit ähnlichen Auswirkungen auf die Performance. Zeit für frisches Zubehör? Besuche unsere Amazon Storefront und entdecke eine große Auswahl an Produkten von führenden Herstellern, auch für HomeKit! (Photo by Unsplash+ / Getty Images)
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